2014 – der Paradigmenwechsel geht weiter und zeigt sich immer deutlicher

Allen LeserInnen ein glückliches Jahr 2014!
Glücklich zu sein und Glück zu stiften, ist wohl das anstrebenswerteste Ziel in unserem Leben.

Ja, das 2014er Jahr! Der Wechsel vom Paradigma des Überlebenskampfes zum Paradigma des Herzens geht unaufhaltsam weiter – ein Wandel des Bezugsrahmens für unser Wahrnehmen, Denken und Handeln: Neue Werte, neue Denk- und Empfindungsmuster halten Einzug und bestimmen immer mehr unser Handeln. Globalisierung wird nicht nur als Rahmenbedingung für unser Wirtschaften verstanden sondern steht auch für eine Sichtweise der Menschheit als Ganzes, der es als Ganzes wohlergeht oder die als Ganzes darbt oder gar untergeht. Die Natur wird immer weniger als Feind betrachtet, den es in Schach zu halten, zu bezwingen und auszubeuten gilt, immer mehr lernen wir mit der Natur zu leben, uns förderlich für sie einzubringen, ihr Gleichgewicht zu beachten und mit ihr gemeinsam ein Ganzes zu bilden. Nachhaltigkeit tritt immer mehr an die Stelle hemmungsloser Gier, Kooperation an die Stelle überbordender Konkurrenz. Immer mehr erleben wir uns als verantwortlich dafür, was wir durch unser Sein, Denken und Handeln ins große Weltennetzwerk einspeisen, und welche Wirkung daraus für uns selbst und andere erfolgt. Immer mehr setzt sich unser Herz als bestimmende Kraft durch, unser Herz als liebende, integrierende, aufbrechende Instanz in uns. Immer mehr gibt uns unser Herz das wahre Ziel vor: Glücklich zu sein und Glück zu stiften.

Ja, und wir werden wohl auch das genaue Gegenteil erleben. Ach Gott, ich würd‘ mir gern ersparen, es aufzulisten! Deshalb nur kurz: Die Regulierungswut der Bürokraten und Ordnungshüter wird weiter um sich greifen und die Eigenverantwortung der Menschen einschränken. Die Politik, in ihrer Rückwärtsgewandtheit, was die Lösungsansätze für die Herausforderungen unserer Zeit anlangt, und in ihrem Kampf jeder gegen jeden, wird sich noch mehr verkrampfen und lähmen, wird sich selbst noch mehr ad absurdum führen. Die Weltklimakonferenz wird wohl wieder ein Flop werden, obschon es nicht 5 nach 12 sondern längst Viertel nach 12 ist. Die Finanzspekulationen werden munter fortgesetzt werden zum Schaden der gesamten Wirtschaft. Die Religionen werden die Menschen weiter an ihrer Selbstwerdung hindern und sie noch mehr gegeneinander aufhetzen (Papst Franziskus scheint hier eine andere Richtung einzuschlagen. Erste konkrete Schritte würden von den einen mit Freude, von den anderen mit militantem Widerstand beantwortet werden). Jugendliche werden noch brutaler, noch verzweifelter um sich schlagen und um sich schießen. Die Natur wird zu noch wirkungsvolleren Keulenschlägen gegen die sie zerstörende Menschheit ausholen, und so weiter und so fort. Je destruktiver die eine Seite, desto deutlicher und klarer tritt die Notwendigkeit zu Tage, dass wir uns selbst finden, nicht in irgendwelchen Identifikationen mit der eigenen Familie, Nation, Religion…, also nicht in der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Herde – und auch nicht in der egoistischen Selbstverwirklichung auf Kosten des Rests der Welt, sondern in unserem Herzen, in unserer ursprünglichen Identität, in unserer Einzigartigkeit und Einmaligkeit. Sie werden immer mehr, die Menschen, die ihrem Herzen folgen, die sich auch nicht im Kampf gegen das Destruktive verlieren (das Herz verurteilt und bekämpft nicht), die vielmehr ihren Weg gehen und damit beginnen, einen konstruktiven Beitrag für die Zukunft zu leisten.

Meine Generation hat ja schon einmal einen solchen Paradigmenwechsel erlebt, jenen vom Kollektivismus zum Individualismus – damals, rund um 1968, als alles, was bis dahin als sakrosankt galt, in Frage gestellt wurde, als es viele Menschen leid waren, ihr Leben nach irgendwelchen vorgegeben Regeln, Standpunkten, Interessen auszurichten, als sie begannen, ihre individuellen Bedürfnisse, ihre individuelle Lebenslust und Lebensfreude zu entdecken und dafür einzustehen, als sie begannen, den Anspruch zu stellen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und es entsprechend ihrem eigenen Entwurf zu gestalten.

Welche Befreiung des Individuums die Nach-68er gebracht haben! Befreiung von einer unerträglichen Bevormundung durch Religion, Staat und Gesellschaft! Man erinnert sich ja kaum mehr daran, dass Mädchen von der Schule verwiesen wurden, wenn sie Hosen trugen (gar nicht zu reden von engen Jeans) oder Burschen, wenn ihnen die Haare über die Ohren wuchsen, dass Väter bei der Geburt ihrer Kinder nichts verloren hatten und auch danach nur zu sehr eingeschränkten Besuchszeiten Zutritt zu ihrer Frau hatten. Ihr Kind durften sie überhaupt nur für wenige Augenblicke hinter einer Glasscheibe bestaunen. Aber auch die Mütter bekamen ihr Kind nur alle vier Stunden zum Stillen, unabhängig davon wie viel Hunger jene vor Ablauf dieser Frist hatten, und dann nahm man sie ihnen auch schon wieder weg. Alte Menschen wurden in sogenannten Siechenhäusern untergebracht, wo sie in 8 – 12 Bett Zimmern ohne adäquate pflegerische oder medizinische Versorgung ihrem Tod entgegendämmerten. Wie es Kindern und Jugendlichen in Internaten, Erziehungsheimen und sonstigen sozialpädagogischen Einrichtungen erging, gelangt heute immer mehr als Skandal an die Öffentlichkeit. Zur damaligen Zeit war das aber normal, und jeder wusste davon. Wollten unverheiratete Paare eine Wohnung mieten oder in einem Hotelzimmer übernachten, so war dies nicht möglich, weil sich der Hauswirt der Kuppelei schuldig gemacht hätte. Brauchten Frauen für sich oder ihre Kinder etwas in einem Amt, so war dazu die Unterschrift des „Familienoberhaupts“ vonnöten. Witwen oder ledigen Müttern wurde ein (männlicher) Vormund für ihre Kinder zugewiesen. Menschen mit Behinderung wurden weggesperrt und galten als Familienschande, ebenso wie ledige Mütter, die häufig von ihren Familien verstoßen wurden. Diese willkürlich herausgegriffenen Beispiele mögen veranschaulichen, welches Maß an Befreiung, Integration und Humanisierung weiter Bereiche der Gesellschaft in diesen letzten Jahrzehnten stattgefunden hat, welche Veränderungen in der Gesellschaft möglich sind, wenn sich die kollektive Mentalität verändert. Und sie mögen Mut machen: Veränderungen im kollektiven Bewusstsein sind möglich. Und wir, wir können sie gemeinsam mit anderen bewirken.

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