Die etwas andere Völkerwanderung

Es ist die Rede von den Flüchtlingen, die aus dem Nahen Osten, aus Afghanistan und Afrika zu uns kommen; von jenen, die aus Mangel an Lebens- und Überlebensperspektive Heimat und Familie, Hab und Gut verlassen und ins Gelobte (Deutsch-) Land strömen. Und es beeindruckt die Menschlichkeit sowohl der Politik, die um der Flüchtlinge willen ihre eigenen Gesetze außer Kraft setzt, als auch der Menschen, die sie auf den Bahnhöfen und Grenzübergängen willkommen heißen. Es handelt sich dabei um wahre Menschlichkeit, weil es sich die Staaten und die Menschen etwas kosten lassen. Da steckt Einsatz dahinter, finanzieller und zupackender, und das gibt Hoffnung für die Zukunft. Und da steckt Kooperation dahinter zwischen Polizei, Militär, Behörden, NGO’s, Firmen, Privatpersonen, Spendern, …  Auch das gibt Hoffnung für die Zukunft. Warum tun sie das? Wohl aus Mitgefühl, und weil sie keinen Unterschied machen zwischen Wir und Ihr, weil sie eine Vision der Menschheit als einer großen Familie haben. Das gibt mehr als Hoffnung für die Zukunft. Es gibt die Gewissheit, dass sich gerade eine weit größere Völkerwanderung vollzieht als jene, von der allenthalben die Rede ist, eine Bewegung in den Köpfen und Herzen der Menschen – vom Trennen und Spalten zum Zusammenführen, vom Kampf um das eigene Überleben zur Verantwortung für das große Ganze. Dazu weiter unten noch ein Impuls aus meinem Buch.

Die etwas anderen Flüchtlinge
Wer aber hat Mitgefühl mit jenen inländischen Flüchtlingen, die gerade wieder in diesen Wochen regionaler Wahlen in Österreich von sich reden machen, die sich bedroht fühlen, die hinter jedem Baum einen ausländischen Vergewaltiger, hinter jeder Hausecke einen ausländischen Einbrecher oder gar einen IS-Terroristen wähnen, die sich ängstigen, man würde ihnen ihre Wohnungen und Arbeitsplätze nehmen, damit sich dort irgendwelche dunklen, integrationsunwilligen Gestalten niederlassen, man würde ihnen ihre Pensionen kürzen, um das Geld diesen „Faulpelzen“ in die Taschen zu schieben? Diesen Flüchtlingen sei der folgende Willkommensgruß gewidmet:

Welcome Refugees
Willkommen, ihr Flüchtlinge, die ihr vor euch selbst flieht, vor eurem Mitgefühl, vor eurer Würde und Selbstachtung, vor eurem natürlichen Antrieb zu helfen, wo Leid, und zu teilen, wo Not ist, vor eurer Verantwortung für das, was ihr in den Wald hineinruft, und was es euch von dort zurücktönen wird.

Willkommen, ihr Flüchtlinge, die ihr so traumatisiert seid, dass ihr sogar Eure Dankbarkeit verdrängt, in Sicherheit und Wohlstand leben zu können, und vor der dieser Dankbarkeit innewohnenden Verpflichtung, jenen Zuflucht zu gewähren, die Rettung vor Hunger, Krieg und Zerstörung suchen.

Willkommen, ihr Flüchtlinge, die ihr in Vorurteile flieht, in blinde Aggression, in Hartherzigkeit, Geiz und Neid, in Überheblichkeit und in die Arme übelmeinender, zerstörerischer Rattenfänger.

Willkommen, ihr Flüchtlinge, denen man alles genommen hat, ihren klaren Verstand, ihr Herz, ihren inneren Frieden, ihre Menschlichkeit.

Ihr seid uns willkommen, Flüchtlinge, aber ihr könnt hier nicht bleiben. Ihr müsst in eure Heimat zurückkehren heraus aus der Angst ins Vertrauen in eure Fähigkeit und Kraft, heraus aus dem Hass in euer Wohlwollen, heraus aus der Negativität in euren Optimismus, heraus aus der Idee, Opfer zu sein, in Euer Gestalten, dass es gut wird für alle Beteiligten, heraus aus der Selbstvergessenheit zurück zu euch selbst.

Drei Absätze zum Thema „Vertrauen in die Kraft der Transformation“ aus meinem immer noch nicht ganz fertiggestellten Buch mit dem Arbeitstitel “THE WAY TO FUTURE“ findest du auf  www.FUTURE.at

 

2 Kommentare zu “Die etwas andere Völkerwanderung

  1. Lieber Wolfgang!

    Danke für diese Worte!
    Mir ist es in den letzten Wochen in manchen Situationen sehr schwer gefallen mit Menschen umzugehen die sich so schwer tun mit der momentanen Situation. Am Sonntag hat mir ein lieber Freund erklärt: „Ich bin dagegen! Ich bin gegen Asylanten, gegen Flüchtlinge. Mich interessiert das alles nicht. Ich bin einfach nur dagegen.“ Es war für mich schwer damit umzugehen, diese Einstellung von dem Teil zu trennen, den ich sehr schätze an diesem Menschen.
    Deine Sichtweise der „anderen Flüchtling“ macht es mir auf einmal viel leichter. Und so ist es mir wieder möglich, auch diese Menschen mehr Wertschätzung entgegenzubringen und sie vielleicht ein Stück weit auf dem Nachhauseweg zu begleiten.

    Liebe Grüße
    Christine

  2. Danke für diese Zeilen und die etwas anderen Ansätze. Die Umkehr der Flüchtlinge ermöglicht es eindrucksvoll, auch weiterhin die positiven Seiten aller Menschen zu sehen!

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