Aus dem Auge des Herzens betrachtet

Die Augen des Überlebenskampfes sind wie die des Adlers: Ständig Ausschau haltend nach Beute und achtsam, dass kein Rivale in sein Revier eindringt. Das Auge des Herzens hingegen gleicht jenen Satellitenfotos, wie sie uns oft im Vorspann zu einer Sportübertragung präsentiert werden: Zuerst sehen wir die ganze Welt, dann den Erdteil, dann das Land, dann die Region und schließlich den Ort, in welchem die Veranstaltung stattfindet – der kleine Ort als Teil eines größeren und noch größeren und noch größeren Ganzen. Diese ganzheitliche Sichtweise – wir haben sie Synholismus (= die Sichtweise des gemeinsamen Ganzen) genannt, ist die Lösung, ist die unserer Gegenwart innewohnende bestmögliche Zukunft, so unsere Behauptung. Warum?

Der Vernetzungsgrad der Menschen und ihrer Systeme, noch dazu in Verbindung zur Natur, ist so hoch, dass sich die Welt als ein großer, ganzer Organismus darstellt, in dem alles mit allem zusammenhängt und alles auf alles eine Wirkung ausübt. Wir sind, wenn man so will, Knoten eines großen Netzes. Der Knoten existiert in Funktion auf das ganze Netz. In der Vergangenheit haben wir uns zwar um die Beziehung zwischen den einzelnen Knoten gekümmert, wenig aber um das ganze Netz. Auf dieses Versäumnis sind alle Probleme zurückzuführen, die uns als Menschheit derzeit beschäftigen. Das Ganze schreit danach, anerkannt und in den Mittelpunkt gerückt zu werden. Es ist nicht genug, die egoistischen Einzelinteressen so zu regeln, dass dem Ganzen möglichst wenig Schaden zugefügt wird. Es gilt komplett umzudenken. Von heute an geht es, im wahrsten Sinne des Wortes, um’s Ganze. Das Einzelne ist für das Ganze da. Das Einzelne steht im Dienst des Ganzen.

Dieser Dienst ist allerdings nicht ein solcher, in dem wir auf uns selbst verzichten müssten, hat nichts mit der Einstellung zu tun „Wenn der Dienst fertig ist, kann ich beginnen zu leben“, er ergibt sich, im Gegenteil, aus der Einzigartigkeit und Einmaligkeit eines jeden Menschen, aus dem Charisma, das jedem Menschen zu Eigen ist. Indem wir aus der Fülle unseres Herzens unseren authentischen Beitrag für das Ganze leisten, entwickeln wir uns ständig weiter, ein ganzes Leben lang. Ohne uns selbst durch die Aufgabe, zu der wir im Ganzen berufen sind, zu verwirklichen, bleiben wir wahrscheinlich in unserer Entwicklung stecken.

Im Dienst des Ganzen sind wir lebendig und mehren unser Glück. Uns als Einzelperson, als Gruppe, als Unternehmen, als Staat… in den Dienst des Ganzen zu stellen, entspricht unserer menschlichen Natur – sofern wir die Dinge aus der Perspektive des Herzens betrachten.

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