Selbstleadership – Entscheiden

Ich bin gerade mit einem Bauprojekt beschäftigt. Wie viele Entscheidungen werden mir täglich abverlangt!
Wie viele Entscheidungen werden einem Unternehmer, Manager, einer Führungskraft täglich abverlangt!
Vor wie vielen Entscheidungen sieht sich ein Künstler, ein Politiker, ein Arzt gestellt!

Und andere Menschen, die sogenannten kleinen Männer und Frauen, entscheiden sie weniger?
Die Untergebenen, die Mitläufer, die Untergetauchten, entscheiden sie weniger? Oder vielleicht gar nicht?
Können wir denn überhaupt nicht-entscheiden? Wenn ich mich entscheide, andere für mich entscheiden zu lassen, ist das nicht auch eine Entscheidung? Wenn ich mich entscheide, Opfer der Entscheidungen anderer zu sein, ist das nicht auch eine Entscheidung? Wenn ich mich entscheide, irgendwelchen dumpfen Gefühlen und Antrieben zu folgen, ist das nicht auch eine Entscheidung?

Wir entscheiden immer. Wir können nicht nicht-entscheiden. Im Leben zu sein, bedeutet entscheiden; entscheiden, was ich tue und nicht tue, was ich denke und nicht denke, was ich bin und nicht bin.

Die Frage ist nicht, ob ich entscheide, sondern wie ich entscheide. Wovon hängt ab, wie ich entscheide?

    • Im professionellen Bereich geben häufig die Systeme die Kriterien für Entscheidungen vor – der Manager entscheidet entsprechend der profitorientierten Logik seines Unternehmens, der Politiker entsprechend der Ideologie seiner Partei und den Erfolgsaussichten bei der nächsten Wahl, der Arzt entsprechend den Vorgaben der Medizin, der Richter entsprechend den Gesetzen seines Landes, der Priester entsprechend der Theologie seiner Religion… Und manche sind mächtig stolz darauf, wähnen sich an den Schalthebeln der Macht. Ihre Macht ist aber relativ. Wehe, wenn sie eine Entscheidung treffen, die der Logik ihres Systems widerspricht! Dann spuckt sie das System aus, auch wenn die Entscheidung menschlich noch so richtig und die bestmögliche für das große Ganze wäre. Sie sind nichts als Vollzugsorgane ihrer Systeme. Das System gibt vor, in welcher Tonart sie zu spielen haben. Wenn das Objektive dem Subjektiven untergeordnet ist, degeneriert der Mensch allzu leicht zu einer Entscheidungsmaschine im Dienst des jeweiligen Systems, nicht im Dienst des großen Ganzen, und auch nicht im Dienst dessen, was den Menschen eigentlich ausmacht – Liebe, Glück, Inspiration, Intuition, Kreativität, Entfaltung… Es braucht den kompetenten Umgang mit den Systemen, aber die Systeme dürfen nicht über die Menschen bestimmen. Es stellt sich also die Frage: Entscheide ich selbst oder entscheidet das System? Entscheide ich aus meinem Herzen heraus oder mache ich mich zum Sklaven der Logik meines Systems? Bin ich ich selbst oder verleugne ich mich zu Gunsten des Systems?
    • Ein zweites Kriterium scheint in unseren Tagen von besonderer Aktualität: Suche ich Sicherheit oder suche ich den Erfordernissen der Zukunft Genüge zu leisten? Mit anderen Worten: Halte ich fest am Alten, oder lasse ich mich ein auf das Neue? „Lasst die Toten die Toten begraben!“, diesen Satz ruft die Bibel jenen zu, die ihr Leben nach dem Gestern ausrichten. Lebendig fühle ich mich, wenn ich loslasse, was vergangen ist, und meinen Blick voll Neugierde nach vorne richte. Die Suche nach Sicherheit entspricht dem Paradigma des Überlebenskampfes, die vertrauensvolle Hinwendung zur Zukunft hingegen braucht unser Herz. Entscheide ich auf der Basis des Überlebenskampfes oder des Herzens, entscheide ich auf der Basis eines inneren Zustandes von Mangel oder eines solchen von Fülle, das ist die Frage.
  1. Die Qualität meiner alltäglichen Entscheidungen hängt in einem hohen Maße von diesen beiden grundsätzlichen Entscheidungen ab:
  2. Ist der Mensch dem System übergeordnet oder untergeordnet?
    Bin ich vorrangig bestimmt vom Paradigma des Herzens oder von jenem des Überlebenskampfes?

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